Oberliga-Absteiger TuS Altenheim muss sich dem Tabellenzweiten aus Meißenheim 32:40 geschlagen geben. Gastgeber neun Minuten lang ohne Tor.
Wenn sich Spieler, Offizielle und Zuschauer nach der Begegnung in der Farbe getrennt, aber in der Sache vereint vermischen, ist Derbytime. So wie am Freitagabend in der Herbert-Adam-Halle in Altenheim, als sich die Protagonisten zuvor einen äußerst fairen Lokalkampf geliefert hatten, die ein oder andere Szene dann aber noch mal besprechen wollten. Das Ende nach den 60 Minuten war standesgemäß: Der Vielleicht-Aufsteiger HTV Meißenheim hatte sich im Duell der Handball-Oberliga, Staffel 1 ungefährdet mit 40:32 (21:14) beim sicheren Absteiger TuS Altenheim durchgesetzt.
„Meine Mannschaft hat alles reingeworfen, was noch im Tank ist. Am Ende hat man dann aber doch den Ein- oder vielleicht auch Zweiklassen-Unterschied bemerkt“, fand TuS-Coach Robin Haller. „Auswärts, dazu in Altenheim, da bin ich zufrieden“, hielt Gäste-Coach Christoph Baumann knapp fest.
5:1 führten die Gäste nach nicht einmal acht Minuten. Drei technische Fehler und zwei Fehlwürfe sorgten bei Altenheim für einen Stotterstart. Und hinten fand man gegen Alexander Velz kein Mittel. „Er war der Schlüsselspieler, gegen die anderen Meißenheimer verteidigen wir noch einigermaßen passabel“, erklärte Haller.
Die Gastgeber kamen aber dank Tobias Biegert zurück und waren beim 12:14 (21.) am Gegner dran. Wiederum ein Fehlpass eröffnete dann aber Meißenheim durch einen Tempogegenstoß von Dustin Ammel das 16:13, dem Torsten Fink das 16:14 (23.) folgen ließ. Danach war es um Altenheim geschehen. Halbzeit übergreifend neun lange Minuten blieben die Gastgeber ohne Torerfolg, während Meißenheim auf 24:14 bzw. 24:15 vorentscheidend davonzog. „Da schenken wir leider das Spiel ab. Die technischen Fehler brechen uns das Genick“, bedauerte Haller, und Kollege Baumann fand: „Es war wichtig, dass wir in dieser Phase das Tempo hochgehalten haben, so war bei Altenheim schnell die Luft raus.“
Die Abwehr war nun besser im Spiel, dadurch rollte auch vorne der HTV-Express. „Und dann kann man ihn nur schwer stoppen“, verdeutlichte Haller, der in der zweiten Hälfte aber auch mit der Ineffizienz im Angriff haderte. „Alleine da haben wir acht freie Chancen liegen lassen.“ Beide Mannschaften wechselten nun durch, mehr als sechs Treffer (30:36/56.) kam Altenheim aber nicht mehr ran.
Nach dem 40:32-Erfolg richtet sich der Fokus beim HTV jetzt auf das letzte reguläre Heimspiel am Samstag (20 Uhr) gegen den TV Ehingen, das noch mal erfolgreich enden soll. Und dann spielt auch noch der punktgleiche Tabellenführer in Herrenberg. Baumann erinnerte sich am Freitag in Altenheim jedenfalls an alte Zeiten: „Ich bin mit Schutterwald in dieser Halle mal aufgestiegen, als keiner damit gerechnet hatte, dass der Konkurrent noch verliert.“
Während auf den Oberligazweiten in der Folge noch zwei Aufstiegsspiele warten, ist die Saison für den TuS Altenheim in einer Woche zu Ende. Beim SV Leonberg/Eltingen wird man dann auch vorerst Abschied von der Oberliga Baden-Württemberg nehmen. Doch Jochen Adam, Vorstand Handball im TuS, versprach schon am Freitag: „Wir greifen in der Verbandsliga wieder an.“
Nicht mehr dabei sind dann Kevin Wilhelm, der nach einer schweren Verletzung aus der vergangenen Saison in dieser nicht mehr ins Tor zurückgekommen ist, Florian Heidt, der zu seinem Heimatverein TuS Helmlingen zurückkehren wird, sowie Luca Knuth (SG Ohlsbach/Elgersweier) und sein Vater und Torwarttrainer Michael Knuth, die alle am Freitag vom TuS verabschiedet worden sind.
Altenheim – Meißenheim 32:40 (14:21)
Bericht: www.bo.de
