Ins Derby alles reinhauen

Der Oberligist braucht am Samstag im Heimspiel gegen den Tabellenzweiten HTV Meißenheim dringend die Punkte. Beide Teams voraussichtlich komplett.

Die fünfwöchige Spielpause dauerte Julian Seigel etwas zu lange. „Ich bin froh, dass es endlich wieder losgeht“, sagt der Coach des TuS Schutterwald (13. Platz/8:16 Punkte) vor dem Derby der Handball-Oberliga, Staffel 1 an diesem Samstag um 19.30 Uhr in der Mörburghalle gegen den HTV Meißenheim (2./18:6), das noch eine verlegte Begegnung aus der Vorrunde ist. Dass es gleich zum Auftakt im neuen Jahr zu einem Spiel kommt, das sehr wahrscheinlich von Emotionen geprägt sein wird, findet der TuS-Coach dabei nicht mal so schlimm. „In dieser Partie geht es nicht zwingend darum, den besten Handball zu spielen. Es geht darum, alles reinzuhauen.“

Und die Schutterwälder sind am Zug bzw. in Zugzwang. Bei vier möglichen Absteigern fehlen auf den ersten sicheren Nichtabstiegsplatz derzeit drei Punkte. Um schwarzzusehen, ist es noch zu früh, doch klar ist auch: Es ist Zeit, eine Serie zu starten. Egal, wie der Gegner heißt, egal, wie gut der Gegner spielt. Darauf hofft auch Seigel: „Es wäre wichtig, dass wir mal ein paar Punkte in Folge holen, um in einen Flow zu kommen. Dann geht es vielleicht auch lockerer von der Hand. Das hat bei uns bisher gefehlt.“

In der Wettkampfpause ging es nun auch darum, das zu festigen, was im Herbst umgestellt worden ist. „Wir brauchen einfach mehr Konstanz und Sicherheit in unserem Spiel“, spricht Seigel das große Thema der vergangenen Monate an. Der Start ist neue Jahr bietet dem TuS durchaus eine gute Gelegenheit, einen erfolgreichen Re-Start hinzulegen. Die nächsten sechs Spiele können die Schutterwälder viermal zu Hause und nur zweimal auswärts bestreiten. Mit Ausnahme des HTV Meißenheim tummeln sich die Gegner mehr oder weniger im Tabellenumfeld. Rechnen will Seigel dennoch nicht. „Das tut uns nicht gut“, ist er überzeugt und schaut stattdessen von Spiel zu Spiel.

Und der HTV Meißenheim wird am Samstag erst mal zur großen Herausforderung. Acht Mal in Serie war der Riedverein zuletzt unbesiegt. „Sie haben einen sehr, sehr guten Angriff, vermutlich den besten der Liga und stehen nicht ohne Grund auf Rang zwei“, sagt Seigel. Überragend ist natürlich die Achse Alexander Velz im Rückraum und Max Zürcher am Kreis, doch eine Konzentration auf dieses Duo gibt dem Gegner auch neue Chancen, nicht zuletzt über die Außen. „Meißenheim hat eine sehr spielintelligente Mannschaft, die den Handball spielt, den auch Christoph gespielt hat“, beschreibt Seigel das Team seines langjährigen Schutterwälder Mannschaftskollegen Christoph Baumann und warnt: „Auch die anderen Akteure bei Meißenheim haben viel Qualität.“

Nach der fünfwöchigen Punktspielpause, die auch für den HTV galt, hofft auch Christoph Baumann darauf, „dass wir schnell wieder in den Rhythmus zu finden“. Der TuS werde sich in der Pause einiges überlegt haben, ist er sich sicher: „Sie wissen, dass sie sich steigern müssen, um aus dem Keller herauszukommen.“

Wie Kollege und Freund Julian Seigel findet der HTV-Trainer den Zeitpunkt des Derbys gar nicht so schlecht: „Dann sind die Sinne sofort geschärft.“ Das wird auch notwendig sein, „denn Schutterwald steht in seiner 6:0-Deckung körperlich intensiv und präsent. Den einen oder anderen Positionsangriff sollten wir uns möglichst ersparen“, mahnt Baumann sein Team, ist andererseits aber auch zuversichtlich: „Wenn wir ähnlichen Teamhandball spielen wie in den vergangenen Wochen, auch im eigenen Abwehrspiel unsere Stärken zum Tragen bringen, wird es der TuS schwer haben, uns zu schlagen.“

Für die Riedmannschaft geht es auch darum, in den Regionen um die Tabellenspitze präsent zu bleiben und möglichst konstant zu agieren. Die Kadersituation gestaltet sich, von einigen kränkelnden Akteuren abgesehen, grundsätzlich gut. Stand Donnerstag ging auch Julian Seigel von voller Kaderstärke aus, relativierte aber gleichzeitig: „Ich habe in den vergangenen Wochen am Freitag und Samstag schon oft Absagen bekommen.“

Bericht: www.bo.de