HTV Meißenheim zieht dem TuS Schutterwald früh davon

Der Gastgeber muss sich nach einer schwachen Leistung im Derby der Handball-Oberliga in eigener Halle dem Tabellenzweiten mit 29:39 geschlagen geben. Velz und Zürcher nicht zu stoppen.

Zahlen lügen nicht, und die Tabelle ganz offensichtlich auch nicht. Am Samstag wurde der Tabellenzweite HTV Meißenheim seiner Favoritenrolle im Derby der Handball-Oberliga gerecht und setzte sich beim Vorletzten TuS Schutterwald deutlich mit 39:29 (21:15) durch. Es war über 60 Minuten eine Demütigung der Gastgeber. Der Regionalliga-Absteiger präsentierte sich vor rund 350 Zuschauern in einer Verfassung, die Trainer Julian Seigel konsterniert zurückließ. „Mir fehlen da echt die Worte. So kann man in einem Derby nicht spielen. Das war von unserer Seite ein Freundschaftsspiel“, zeigte er sich tief enttäuscht.

Entspannt gab sich derweil sein früherer Mannschaftskollege an alter Wirkungsstätte. Christoph Baumann, Kopf der erfolgreichsten Schutterwälder Mannschaft in der jüngeren Vergangenheit, hat seit 2022 bei seinem Heimatverein eine Mannschaft geformt, die derzeit hinter der HSG Hanauerland/Willstätt klar die Nummer eins in der Ortenau ist. „Wir sind in dieses Spiel so reingekommen, wie wir das letzte Jahr beendet haben“, fand der HTV-Trainer und sprach von „einem richtig guten Spiel“.

Schon der Start der Gastgeber nach der fünfwöchigen Punktspielpause war katastrophal: 1:6 nach sechs Spielminuten. „Wir waren ängstlich, hatten keinen Zugriff und keine Überzeugung zum Tor und rennen dann komplett hinterher“, haderte Seigel mit dem Auftritt.

Starke HTV-Abwehr

Die Meißenheimer Akteure, die neben viel Qualität vor allem auch den Biss für ein Derby aufs Parkett brachten, hatten den Gastgebern schnell den Schneid abkauft. „Wir haben in der Abwehr richtig gut gearbeitet, kamen so zu einfachen Toren und haben Schutterwald damit früh den Zahn gezogen“, freute sich Baumann und fand: „Die Abwehrleistung war der Schlüssel zum Erfolg.“

So entwickelte sich vor 350 Zuschauern ein einseitiges Derby, in dem Schutterwald früh seine Chancenlosigkeit erkennen musste. In der Abwehr bekam man vor allem Kreisläufer Max Zürcher nicht in den Griff, auch Alexander Velz war nicht unter Kontrolle zu bekommen. Und im Angriff lief gar nichts zusammen. Einzig Adrian Volk, der Kleinste im Kader, entwickelte Zug zum Tor und gab bis zum Schluss nicht auf.

Weiterhin besteht bei den Schutterwäldern eine große Diskrepanz zwischen Training und Spiel. „Wir trainieren gut, auch die Stimmung passt, doch dann bekommen wir es im Spiel nicht auf die Reihe. Wir nehmen uns Sachen vor, die wir dann einfach nicht spielen. Schon die Kreuzungen gehen schief“, musste Seigel konsterniert feststellen: „Und am Ende ergeben wir uns in unser Schicksal.“

Herzog wieder dabei

In Summe gab es dann aber noch zwei Lichtblicke: Michael Herzog ist wieder zurück. Der Linkshänder, der im Sommer seine Karriere in der ersten Mannschaft für beendet erklärt hatte, hat sich zum Comeback bereit schlagen lassen. „Er wird uns in der Rückrunde unterstützen“, freut sich Seigel über die Rückkehr seines langjährigen Teamkollegen, der am Samstag durch den krankheitsbedingten Ausfall von Simon Seigel überraschend viel Einsatzzeit auf Halbrechts bekam.

Und weil Stefan Kofler privat verhindert war, durfte mit Luca Haß ein weiterer Akteur aus der dritten Mannschaft ran. Der Kreisläufer machte seine Sache auf Anhieb so gut, dass sportlich gesehen weiteren Einsätzen nichts entgegenstehen sollte.

Während die Schutterwälder auf dem vorletzten Tabellenrang verharren, weiterhin drei Punkte von einem sicheren Nichtabstiegsrang entfernt sind und am Samstag (19.30 Uhr) die SG H2Ku Herrenberg empfangen, tritt der Tabellenzweite HTV Meißenheim dann um 17.30 Uhr bei der HSG Konstanz II an. „Wenn wir so spielen wie heute, bleiben wir vorne dabei“, baut Baumann darauf, die Serie von nunmehr neun ungeschlagenen Spielen in Folge auch am Bodensee fortsetzen zu können.

Bericht: www.bo.de