Meißenheim gegen Altenheim: Ein Knaller zum Auftakt

An diesem Freitagabend kommt es gleich zum Derby in der Handball-Oberliga Baden-Württemberg zwischen dem HTV Meißenheim und der neuformierten Mannschaft des TuS Altenheim.

Mit einem Lokalderby zwischen Hausherr HTV Meißenheim und dem TuS Altenheim beginnt an diesem Freitagabend (20.30 Uhr) die Saison in der Handball-Oberliga Baden-Württemberg. Überspitzt formuliert sei das so ein bisschen „wie bei einem WM-Eröffnungsspiel“, findet Gäste-Coach Robin Haller und freut sich für seine Schützlinge: „Das ist gut für die Stimmung. Nach elf Wochen Vorbereitung haben die Spieler so einen Knaller verdient.“

Dabei könnten die Vorzeichen unterschiedlicher nicht sein. Während Meißenheim den Schwung der vergangenen Saison in die neue Liga mitnehmen will und mit einem überragenden ehemaligen Zweitliga-Akteur Alexander Velz sicher nicht zu den Mannschaften zählt, die man eher im unteren Bereich der Tabelle erwartet, wird Altenheim nach einem riesigen Umbruch eine schwere Saison prophezeit. Doch an diesem Freitag ist Derby-Time, und da gelten bekanntlich andere Gesetze.

Die Gastgeber konnten die letzte Phase der Vorbereitung positiv bestreiten, angeschlagene Spieler kehrten in den Kader zurück. Einzig auf Philip Zürcher (Schulter) wird man voraussichtlich die gesamte Saison verzichten müssen.

Nicht ganz so überschaubar stellt sich die personelle Situation dar, zumal mit Oliver Gieringer (Adduktorenprobleme) und neuerdings auch Linkshänder Elias Wilhelm (Kreuzbandriss) zwei Akteure langfristig ausfallen. „Daher ist spannend, welche Art Gegner zu uns kommt“, sagt HTV-Trainer Christoph Baumann und ist andererseits sicher: „Robin Haller wird sicher einige neue Ideen einbringen und Altenheim eine große Unbekannte sein.“

Doch die Hausherren fokussieren sich ohnehin in erster Linie auf sich selbst, wollen zum Auftakt mit einem Heimsieg ins Rennen gehen. „Wir gehen davon aus, dass der TuS, gerade auch im Abwehrverhalten, unangenehm sein wird und einiges versuchen will. Wenn wir aber unsere Stärken wirksam einsetzen können, wird es für sie schwer werden“, kündigt Baumann an. Meißenheim hat in den vergangenen ein, zwei Jahren gezeigt, dass mit ihnen zu rechnen ist. „Die Liga wird fordernd und ist mit einigen neuen Mannschaften versehen. Umso wichtiger wäre daher, erfolgreich zu starten“, verdeutlicht Baumann.

Kollege Haller, der vergangene Saison beim HTV selbst noch zum Ball gegriffen hat, will sich derweil weniger am Ergebnis orientieren. „Es kommt auf die Art und Weise an. Ich will Einstellung und Willen erkennen, an allem anderen kann man arbeiten“, erklärt der ehemalige Bundesliga-Akteur, der sich auf einen längeren Lernprozess einstellt und das Umfeld um Geduld bittet: „Jeder muss erst noch in seine Rolle hineinwachsen.“

An eine Überraschung in Meißenheim zu glauben, ist vielleicht angesichts der personellen Situation zu abwegig, doch der 39-Jährige sagt auch: „Wir wissen nicht, wo wir stehen. Das gilt aber auch für Altenheim.“ Deshalb sei er selbst auch sehr gespannt, wie sich seine „neuformierte und erfahrungsschwache Mannschaft“ (Haller) zum Auftakt gibt. „Es wird interessant sein, zu sehen, wie die Spieler in der vollen Halle reagieren und mit dem Druck von außen umgehen.“

Bericht: Michaela Quarti (www.bo.de)
Bild: Lena Biegert (https://www.capturedbybgt.de)